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Grüner Schwenk
Rainer
Geboren : 1951
Blasenkrebs : 2004
Harnableitung: kontinente Neoblase

Meine Narbe

Video: Tour nach Vogelsang  
Das kleine Eifel Event

Besuch auf Vogelsang
Vogelsang sind viele Gebäude mitten im Wald. Das Gelände ist umgeben  vom Nationalpark
Eifel. Hier wollten die Nazis junge Männer für ihre  schrecklichen Pläne ausbilden. Der Zweite
Weltkrieg hat den Bau beendet.  Vogelsang ist nie fertig geworden. Heute können sich Gäste
auf dem Gelände informieren. Es gibt  Informationen zur Vergangenheit von Vogelsang und
zum Nationalpark  Eifel. Heute sollen hier alle Menschen friedlich miteinander leben.
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Im Krankenhaus
Eschweiler (2004)

Es war im Sommer 2004, Juni / Juli

Kurze Vorgeschichte:

Im April 2004 bemerkte ich erstmalig Blut im Urin. Dieses Blut kam immer im Reststrahl, also dann kurz bevor man mit dem Pinkeln fertig war. Es war nicht viel Blut,  eher sehr wenig, ich bemerkte es an der leichten Rotfärbung des  Urinstrahls. Da ich Biker bin und schon im März mit meiner VMAX  unterwegs war dachte ich erstmal an eine Art von Blasenentzündung. Das Blut verschwand dann auch wieder kam aber nach einer Woche umso heftiger wieder. Jetzt ging mir langsam der Hintern auf Grundeis.

Erstmal zum Hausarzt, der meinte Biker = Blasenentzündung, Antibiotika aufgeschrieben, 30 Hammertabletten, 3 mal täglich eine, das Blut im Urin
blieb,  mal mehr, mal weniger, mal ganz weg, dann wieder da. Wieder zum  Hausarzt, Überweisung zum Uro. Der meinte, tja, da hat Ihnen der  Hausarzt wohl was falsches aufgeschrieben, wieder ein neues Antibiotika,  wieder 20 oder 30 Pillen, das Blut blieb, mal mehr, mal weniger.

Wieder hin zum Uro, Ultraschall, Urinabgeben, im Ultraschall nix zu sehen, im Urin kein Blut. ??

Ich nach Hause, frohen mutes , dann nach einer Woche wieder Blut im Urin. Wieder Termin beim Uro gemacht, jetzt den ganzen Harnapparat mit Kontrastmittel geröngt. Wieder nix zu sehen, Nieren frei, Harnleiter durchgängig, kein Blut im Urin.  Langsam fing ich an an mir zu zweifeln, ich dachte schon der Uro meint  ich komme so gerne. Mit dem Uro ausgemacht das wenn wieder Blut kommt wird ein neuer Termin gemacht zur Blasenspiegelung, so kam es dann auch.

Erst bei der Blasenspiegelung wurde ein Flachwandiger Tumor in der Blasenwand ca. 3 mal 5 cm endeckt. Jetzt ging auf einmal alles zügig. 8 Tage später lag ich schon im Krankenhaus, TUR-B , vermutet wurde ein pT1-2, G3.  4 Tage nach der TUR-B gings nach Hause. Ich war ja der Meinung das das Thema gegessen sei. Der Tumor  wurde ja entfernt und das wars. Pustekuchen, nach 14 Tagen rief mich  der Uro zu Hause an und meinte ob mich das Ergebnis denn überhaupt nicht  interessieren würde ? Ich zum Uro hin, Besprechung, pT2a G3, Blase muss  raus. Das hat mir den Atem verschlagen und fast vom Stuhl gehauen.

Die komplette Geschichte, Tage vor der Operation, 21 Tage nach der Operation, Tag für Tag gibt es im Forum zu lesen.  






Anschlussheilbehandlung
in Badwildungen
Meine Anschlussheilbehandlung in der Klinik Reinhardstal (Ein Örtchen was zu Bad Wildungen gehört)

In Bad Wildungen angekommen, alles voller KLINIKEN da. Scheint ein  Ort zu sein der von den Kliniken lebt. Rein äußerlich kam mir das wie  ein Betonklotz vor. Unten die nicht enden wollende Aufnahme Prozedur. Da  ist man gerade mal ein paar Tage aus der Klinik heraus und dann dieser  Stress. Ab aufs Zimmer. Meine Frau half mir beim Auspacken. Dann kam  schon eine Art von Stationspfleger und wollte das ich nach vorne komme  zum Blutabgeben, Urin abgeben, Formulare ausfüllen.. und und und..
Inzwischen hatte sich bei mir eine Art von Nadelallergie gebildet.  Früher hat es mir absolut nichts ausgemacht wenn ich eine Spritze bekam  oder mir Blut abgenommen wurde. Inzwischen hab ich aber durch die ganze  Stecherei im Krankenhaus eine Art von Horror Allergie gegen Spritzen  aller Art entwickelt. Wenn ich so ein Teil sehe, stellten sich bei mir  die Nackenhaare auf, ich bekam Schweißausbrüche und darf nicht hinsehen.  Da ich auch s.g. Rollvenen habe, ist es für die lieben Schwestern gar  nicht so einfach, eine Ader zu treffen. Naja, egal, ich musste da durch.

Am zweiten Tag ging es erst einmal zum Stationsarzt. Alles wieder von  vorne, Ausziehen, Untersuchung, Sono, Blahh Blahh Blahh. Und dann die  alles entscheidende Frage / Herr Günzel: Sie haben eine sehr schwierige  OP hinter sich, 3 Wochen Reha sind da zu kurz. Ich verschreibe Ihnen 4  Wochen, ich hoffe doch sehr, sie sind damit einverstanden ! Was sollte  ich da auf Anhieb zu sagen ? schiebt der mir ein Formular rüber wo ich  gleich unterschreiben sollte. Fertig. Nun hatte ich 4 Wochen vor der  Brust.

Dann ging es runter zu Anwendungs Behandlung. Name, Geburtsdatum,  Zimmer Nummer ?? Ritsch Ratsch macht der Computer und ich bekam einen  ellenlangen Ausdruck wann und wo ich die nächsten 4 Wochen zu erscheinen  hatte.

Das ganze ging von Massage, Thermo Packungen, Wassertreten,  Physiologie, Gymnastik, und was weiß der Geier noch. Die Vormittage von  Montags bis Freitags waren voll verplant. 8 Uhr Wärmepackung, 8:30  Wassertreten, 9:30 Massage, 11:00 Gymnastik.

Zum Glück war der Nachmittag immer frei, so konnte man sich ausruhen,  spazieren gehen, ab ins Dörfli und mal ein Bierchen trinken.  Die  Zimmer dort sind zwar spartanisch aber zweckmäßig eingerichtet. Jeder  Patient hat dort sein Einzelzimmer, TV und Telefon sowie Kühlschrank.  Toilette und Dusche sind auf dem Zimmer untergebracht, Bett wird täglich  gemacht, das Zimmer wird täglich gereinigt. Handtücher, Bettwäsche wird  gestellt. Alles in allem, man kann es ganz gut aushalten.
Das Essen ist dort allererste Sahne. Morgens zum Frühstück gibt es  zig Brot und Brötchensorten, über Marmeladen, Nutellas, Wurst, Käse,  Eier, gebratene Eier mit Schinken über Kaffee, Milch, Kakao, Tee,  Fruchtsäfte aller Art usw..  Mittags hat man 2 oder 3 Gerichte zur  Auswahl, Abend ist das Essen noch besser wie zum Frühstück. Da gab es  wirklich nichts zu meckern.

In den ersten Tagen wird eine Messung der Urinausscheidung über einen  ganzen Tag gemacht. Dafür bekommt spezielle Einlagen die man nach  gebrauch in eine Tüte packt und diese dann am nächsten Tag abgibt. Die  wiegen dann die tüte und können sagen was so tagsüber und nachts noch so  in die Einlagen geht. Dann musste ich täglich genauestens darüber Buch  führen wie oft und wie viel ich täglich auf der Toilette an Urin  ausscheide. Man bekommt einen Messbecher und pinkelt erstmal immer da  rein.

In den ersten Tagen war ich so um die 10 mal täglich auf der  Toilette. So konnte ich erkennen wie sich die Menge langsam…. Ganz  langsam steigerte die ich in der neuen Blase halten konnte.
Am  Anfang waren es gerade mal 45 mml, dann nach bereits 4-5 Tagen so um die  90 mml, nach 12 Tagen so um die 180 mml, dann ging es rasant nach oben  auf ungefähr 350 mml. Heute (2018) bin ich bei 800 – 700 mml.

Das schärfste waren immer die Harnstrahlmessungen. Da setzt man sich auf  eine Art von Toilettenstuhl und pinkelt in einem sich im Becken  befindlichen Trichter. Das ganze ist Computermäßig verbunden. Anhand  eines Ausdrucks erkennen die Experten da wie viel und mit welchem Druck  in welcher Zeit man gepinkelt hat.. Was es nicht alles gibt.  

Die Angestellten (vom Dok. Über das Pflegepersonal, Schwestern und  Reinigungskräfte) sind dort alles sehr nett und hilfsbereit. Einzig und  allein sind die Patienten manchmal sehr (vorsichtig ausgedrückt)  gewöhnungsbedürftig weil dort alle soziale Schichten aufeinander  treffen. Die Klinik ist absolut sauber, Fahrstühle sind vorhanden, die  Umgebung ist sehr schön. Ausgiebige Parkähnliche Landschaft, Kurhallen,  Sitzgelegenheiten im Park, Flamingos usw..

Wichtig zu wissen:
- Handtücher und Bettwäsche werden ausreichend gestellt
- Kantine (ohne Alkoholische Getränke) ist voranden
- Cola /Fanta Automat im Haus
- Mineralwasser gibt es ausreichend umsonst.
- Vorlangen sollte man für 2-3 Tage mitnehmen da nicht gleich am ersten  Tag eine Ausgabe erfolgt. Für die restlichen Wochen kann man sich  Vorlangen aller Größen kostenlos abholen, soviel man eben    braucht.
- Waschautomat im Haus vorhanden.

Sollte man gerne ab und zu ein Bierchen mögen, nimmt man sich am  besten eine Kiste seiner Lieblingssorte mit. Zum Transport seines  Gepäcks bekommt man einen Handkarren. Dort die Kiste drauf und möglichst  gut mit einem Mantel abdecken. Alkohol auf dem Zimmer ist verboten !!  Dann die Kiste ab in den Kleiderschrank und drei vier Fläschchen in den  Kühlschrank. Dort schaut keiner rein. Rauchen ist auf den Zimmer ebenso  verboten. Wenn man sich aber abends auf dem Zimmer eine zieht, sehr gut  lüften und mit einem Raumspray die letzten Nikotin Elemente vernichten,  dann wird es kaum auffallen. Fällt es auf, gibt es mächtig Ärger.. Bei  mir ist es nie aufgefallen !! R I S I K O

Alles in allem kann man sagen daß die Reha mir sehr geholfen hat.  Innerhalb der 4 Wochen habe ich runde 12 Kilo zugenommen. Bei 192 cm  Größe wog ich wieder mein altes Gewicht von 82 Kg.

So ich hoffe doch sehr das ich hier einen Eindruck vom Alltag in so einer AHB (Anschlussheilbehandlung) darstellen konnte.

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